AB INS SÉPARÉE

Daniel S. & OscarTheFish(p@k)
(XRayFusion)


Hey, danke, es war schön,
Klingt banal, ich weiß.
Danke für alles.


Die Tüte und Tonsuren im Visier,
Kleine Begegnung,
Hey, die Frau ist gepierct.
Ich find das süß.
In 10 Minuten ist sie hier.
Sekt geköpft,
Dann machen wir uns fertig
(’97 ist das Jahr des Wassermanns).


Krass, wenn ich nach Hause komm, bist Du schon wach.
Lila Regen - der Prinz hat uns im Griff.
Der Bäcker [1] ist tot, aber wir sind drin.
Unsere Köpfe sind fett …
Der Deckel klappt zu.


Im Erzgebirge ist es so ski!
Trance überall, die Massen sind in Schach.
Dame, führ mich ins Stalemate!
Ein Zug und der Bauer kriegt Bewährung.


Bewährungs-Union - hartes Knochenmark gegen Kartoffelchips.
Wahnsinn - soviel Verkehr auf den Straßen.
Berlin erwacht,
Ab ins Séparée.



[1]

Bäckermeister Wolfgang Heinze († 04.02.1997)


In stillem Gedenken / Dokumentation eines Berliner Schicksals.


Am Abend des 4. Februar 1997 wurde der Bäckermeister Wolfgang Heinze an seinem Verkaufswagen in der Storkower Straße (Berlin-Lichtenberg), nahe dem S-Bahnhof, Opfer eines grausamen Raubmordes. Mitten im lebendigen Berliner Feierabendverkehr endete das Leben eines Mannes, der für viele Anwohner ein täglicher Fixpunkt war. In der XRayFusion-Poetik findet dieses Ereignis als schmerzhafter Realitätsschock Einzug: Die Zeile „Der Bäcker ist tot“ ist kein lyrisches Bild, sondern die traurige Gewissheit eines sinnlosen Verlustes eines Mitmenschens, dem wir täglich (auch als Kunden) begegnet sind. Wir verneigen uns vor seinem Andenken und mahnen an die Zerbrechlichkeit des Lebens, das selbst im vertrauten Alltag so jäh enden kann. Unsere Anteilnahme gilt den Hinterbliebenen dieses bis heute unvergessenen Verbrechens.