MARVIN’S MARVEL

& Daniel S.
(XRayFusion)


I. SHOT GUN CITY


Der Med ist verbraucht,
Ich hol neuen aus dem Keller der Verdammnis.
Schwarzes Pech,
Wie Tapete an den Wänden klebend.
Schwefelglück irritiert meine Zunge.
Schweres Gift,
Zu schwer,
Brennt rasend in den Adern.
Ein Relikt ohnmächtiger Wut
Sprengt die Grenzen,
Führt alles zusammen:
Die totale Fusion!


Im Radio laufen Gedichte
Geschrieben von gesteinigten Akademikern;
Schlafen immer vor dem Compi ein.
Die Jungs machen ihr Ding,
Jeder nach seiner Fasson
Und manchmal …
Peng!


Shot Gun City,
Genauer: District Shot Gun Wedding!
Kommt das einem nicht bekannt vor?
Der Bär ruft — wie eine Sirene.



II. EISENFROST


Wünsche ziehn gen Süden,
Augen schwer wie Blei.
Neue Eiszeit in der Wüste,
Knochenbruch und Eisenfrost.

Wer hat die Glut denn ausgetreten?
Entfacht der Wind das Feuer neu?


Reizüberflutung.
Gefühle werden abgefüllt.
Essen macht doch auch sehr glücklich.


Es ist der Zauber eines neuen Zeitalters,
Magie der Worte.
Ich reinkarniere
Genährt durch die Nabelschnur der Sprache [1]
Von einem Ich ins andere;
Ohne Blutvergießen.
Schöne Welt — immer wieder neu erlebt.



III. DOWN UNDER


Down under — drunter und drüber,
Eine neue Welt des fünften Kontinents.
Troja [2] — ein Reiseziel verliert seine Wirkung,
Denn alle wollen nach Atlantis, [3]
Der Stätte des Goldbarrenturnens.


Olympischer Speichel benetzt das Grab,
Eine Idee quasi ausverkauft …
Reumütig schleichen die Schatten aus dem Raum.
Fehler — kleinlaut eingestanden
Und Besserung gelobt.


Wir warten alle auf den frischen Regen.
Mutter Erde
Will ihre Falten im Jungbrunnen kaschieren.
Die Hecken gestutzt,
Bäume epiliert.
Ob Jupiter ihrem neuen Reiz erliegt?


Hale-Bopp hat von unseren Sorgen abgelenkt
Und mir den Weg nach Haus gezeigt.
Nur, wo bin ich zuhause?



IV. ROSÉ


Sommernacht am Mondscheinsee,
Rosenstolz in meinem Herz.
Kann das Glück nicht fassen,
Wunderschöner Frühlingsduft.
Träume werden wahr!
Dich nur noch halten will ich
Und nichts anderes mehr.
Hab mit Büchern auf Zeit gespielt,
Nicht nach dem Gold gebückt,
Das Du gestreut,
Um mich zu Dir zu führen.


Mondschein, küß mich in dieser Nacht,
Gib mir Dein Zepter nur dies eine Mal.
Grenzen verwischen im Schattenspiel,
Du und ich für immer frei.