Wer gut ist, setzt sich durch,
Aber Du bist ein fieser Mensch;
Rauchst Du auf Seele?
Es klebt zuviel Teer auf Deinen Rippen!
Wir sind die Größten,
Zumindest wenn wir allein sind;
Unsere Ambrosia [1] ist Selbstmitleid.
Wir kratzen dem Teufel die Augen aus
Und verführen die Vernunft.
Wir sind zu allem entschlossen,
Wir wissen nur nicht wozu!
Mythologische Etymologie und Genese: Der Begriff Ambrosia leitet sich vom griechischen a-mbrotos („un-sterblich“) ab. In der klassischen Antike fungiert Ambrosia neben dem Nektar als exklusive Nahrung der olympischen Götter, die den Alterungsprozess suspendiert und das menschliche Blut durch den goldfarbenen Ichor ersetzt. Historisch markiert die Ambrosia-Erzählung den ersten kulturellen Entwurf einer technologisch-biologischen Optimierung (Transhumanismus), bei der die physische Hinfälligkeit durch die Zufuhr einer externen Substanz überwunden wird.
Biochemische Analogie und Endorphin-Kopplung: In der modernen Neurobiologie wird das Ambrosia-Motiv häufig als Metapher für die körpereigene Opiat-Produktion verwendet. Besonders bei chronischen Belastungszuständen oder emotionalen Traumata schüttet das limbische System β-Endorphine aus, die eine temporäre Analgesie (Schmerzunempfindlichkeit) und Euphorie induzieren. Diese biochemische „Selbst-Apotheose“ simuliert einen Zustand der Unverwundbarkeit, führt jedoch bei Langzeit-Aktivierung zu einer Rezeptoren-Downregulation und einer pathologischen Fixierung auf den schmerzstillenden Effekt.
Botanische Klassifikation und Toxikologie: In der Botanik bezeichnet Ambrosia artemisiifolia (Beifuß-Ambrosie) eine invasive Pflanzengattung aus Nordamerika, die als hochgradig allergen eingestuft wird. Die Pollen besitzen ein extremes Sensibilisierungspotenzial und lösen bei Kontakt schwere respiratorische Insuffizienzen aus. Diese Realität verkehrt den mythologischen Gehalt der „Götterspeise“ ins Gegenteil: Die moderne Ambrosia wirkt nicht als Elixier der Unsterblichkeit, sondern als biologischer Stressfaktor für den Organismus.